Ad Blue –
Kein neuer Kraftstoff aber ein neuer Betriebsstoff

 

Für LKW ist Ad Blue nach einem langen Anlauf mittlerweile Standard. Auch die Abgabeeinrichtungen sind mittlerweile Standard und aus dem Alltagsbild an vielen Stationen nicht mehr wegzudenken.

 Jetzt geht es beim Thema Ad Blue in die nächste Runde. Wie schon bei der Arbeitstagung in einem  vieldiskutierten Vortrag angedeutet, kommt mit der Einführung von Euro 6 als Abgasnorm auch das Thema Ad Blue für PKW auf die Tagesordnung.  Die strengen Emissionswerte der Euro 6 - Norm bei Diesel lassen sich zumindest für die größeren Dieselmotoren nur noch mit einem sogenannten SCR-Filter einhalten, der dann als Betriebsstoff Ad Blue für die Abgasreinigung benötigt. Der VDA geht von ca. 50 % der Neuzulassungen im Dieselbereich aus. Das wiederum führt dazu, dass ab Jahresmitte, ansteigend immer mehr Diesel-PKW mit SCR-Systemen angeboten werden.

Bei den aktuellen Fahrzeugen ist dies im Regelfall noch ohne Bedeutung für die Tankstelle, da die AdBlue-Tankgrößen von PKWs  aktuell  bei 15 -35l liegen und damit erreichbar für die Serviceintervalle.

Aber schon die nachfolgend aufgeführten Fahrzeuge zeigen, dass sich dies relativ schnell ändern wird.

 

Modell Tankgröße Reichweite
Audi A6 17L 15.000 Km
VW Passat 17L 17.000 Km
Mercedes GL 33L 16 -22.000 Km
BMW 3er 21L 20.000 Km

 

Zukünftig liegen die Tankgrößen aus Konstruktions- und Gewichtsgründen eher bei 8-15 l. Dies kündigen die Automobilhersteller jetzt schon an.

Der AdBlue Verbrauch hängt vom Fahrzeuggewicht, Emissionsstufe und auch von der individuellen Fahrweise ab.  Nachstehen eine vom VDA herausgegebene Tabelle zum Verbrauch von AdBlue. Die feinere Motortechnik wird künftig den Verbrauch an AdBlue noch erhöhen:

AdBlue Verbrauch heute morgen
Pkw max. 1 l / 1000 km 1,5 l/1000 km
SUVs max. 1,5 l / 1000 km 2,0 l/1000 k
leichte Nfz 2,0 l /1000 km > 3,0 l/1000 km

 

In einer Prognose über den Bestand an Pkw und leichten Nutzfahrzeuge mit SCR - Systemen in EU (alle deutschen Konzernmarken) geht der VDA von über 22 Mio. SCR-Fahrzeuge in Europa bis 2020 aus. Für Deutschland erwartet der VDA bis 2020 über 8 Mio. SCR-Fahrzeuge. Hinzu kommen die SCR-Stückzahlen der ausländischen Hersteller.

 

 

EU

D

2012

415.355

203.202

2013

856.236

408.827

2014

1.850.920

785.206

2015

3.739.614

1.644.084

2016

6.300.561

2.707.611

2017

9.394.787

3.908.054

2018

12.813.577

5.134.467

2019

16.518.478

6.417.791

2020

20.345.767

7.750.824

Quelle: VDA

 

Diesel-PKW haben eine durchschnittliche Fahrleistung von ca. 20.000 km/ Jahr. Daraus ergibt sich, dass Diesel – PKW ca. 20 bis 30 Liter Ad Blue pro Jahr benötigen, wobei die benötigte Menge in Zukunft eher bei 30 Litern liegen wird. Der Durchschnittsdieselfahrer wird dann etwa bei jeder vierten bis fünften Tankung Ad Blue – Nachschub benötigen.  Die Fachleute schätzen, dass dies dann etwa ab 2015 sein wird. Spätestens dann müssen sich die Betreiber von Tankstellen Gedanken machen, ob und wie diese Nachfrage gedeckt werden kann. Schon heute ist abzusehen, dass dies kein Geschäft an sich sein wird. Dazu sind die nachgefragten Mengen zu gering. Andererseits dürfte es für Tankstellen auf Dauer  unzumutbar sein, dass die PKW-Dieselsäulen durch Kunden blockiert werden, die ihren Ad Blue – Tank mittels Zwei- oder Fünf-Liter-Kanister befüllen.  Eine Frage in diesem Zusammenhang kann schon jetzt leicht beantwortet werden:  Warum kann die AdBlue LKW-Infrastruktur nicht von PKW genutzt werden?

Dies ist vor allem eine Frage der Technik der beiden Systeme: Die hohe Füllgeschwindigkeiten von 40l/ min machen bei den vorhandenen und auch bei den geplanten Systemen eine Befüllung nicht möglich (kleinere Tanks und Leitungsquerschnitte als bei LKW). Hier liegen die Füllgeschwindigkeiten zwischen 2,5 und 10 Litern/ Minute.

Die Kanister-Befüllung ist selbst mit der Zwei-Liter-Flasche zeitaufwendig und bringt den Tankstellen jede Menge Abfälle auf die Station.

 

Die Zapfsäulenhersteller haben bzw. werden Systeme zur direkten Befüllung entwickeln. Einige werden schon in Münster auf der Messe in der Lage sein, Auskünfte zu Systeme und Preisen zu geben. Bis dahin gilt es, den Kundenstamm sorgsam zu analysieren. Eine große Zahl an Vielfahrern und Kartenkunden mit Diesel-PKW dürfte schneller Entscheidungsdruck auf einen Tankstellenbetreiber ausüben als eine größere Anzahl an PKW-Kunden, die nur auf Ottokraftstoffe zurückgreifen.  Ob das Geschäft an sich rentabel ist oder ob es lediglich gilt, Stammkunden zu halten, und ihnen die Kompetenz der Tankstelle insgesamt zur Verfügung zu stellen, ist auch noch nicht abschließend geklärt. Wichtig ist, die Entwicklung wach im Blick zu halten.

 

Die letzte Frage, die es im Blick zu halten gilt ist die nach den Alternativen. Dies wird aus mehreren Gründen verneint. Nach vielen verschiedenen Lösungsansätzen hat sich laut Automobilindustrie der Forschungsschwerpunkt eindeutig auf die SCR-Technologie konzentriert.  In Blick genommene Lösungsansätze waren entweder technisch zu  aufwändig oder führten zu massiven Problemen.  Der Dieselmotor wird in Zukunft nicht verschwinden. Nur mittels Dieselmotoren können die Automobilkonzerne den CO²-Anforderugnen der Zukunft begegnen. Gerade die deutschen Automobilkonzerne benötigen den Dieselmotor, um den CO²-Mix für ihre Fahrzeugflotten verbindlich einzuhalten. E-Mobilität, Hybrid oder andere Technologien werden in naher Zukunft keine Entlastung bieten.

Energieeffizienz in Deutschland  - Energiedienstleistungsgesetz in Kraft

Seit dem 04. November 2010 gibt es in Deutschland das "Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen vom 4. November 2010 (BGBl. I S. 1483 - EDL-G). Ziel dieses Gesetzes ist es, „die Effizienz der Energienutzung durch Endkunden in Deutschland mit Energiedienstleistungen und anderen Energieeffizienzmaßnahmen kostenwirksam zu steigern. Dazu legt die Bundesregierung Energieeinsparrichtwerte fest, die als Energieeinsparziel bis zum Mai des Jahres 2017 und als Zwischenziel bis zum Mai des Jahres 2011 erreicht werden sollen, sowie eine Strategie zur Erreichung dieser Ziele.“

Das EDL-G verpflichtet in § 4 jeden Energielieferanten, und dazu gehören auch Tankstellen zur Information und Beratung der Endkunden.

Dazu heißt es dort:

„(1) Energielieferanten unterrichten ihre Endkunden mindestens jährlich in geeigneter Form über die Wirksamkeit von Energieeffizienzmaßnahmen sowie über die für sie verfügbaren Angebote, die durch

1.     Energiedienstleister,

2.     Anbieter von Energieaudits, die unabhängig von den Energieunternehmen sind, und

3.     Anbieter von Energieeffizienzmaßnahmen

mit wettbewerbsorientierter Preisgestaltung durchgeführt werden.

Diese Informationen können im Rahmen der Abrechnung des Energieverbrauchs durch ausdrücklichen Hinweis auf die Anbieterliste nach § 7 Absatz 1 Satz 1 oder eine Anbieterliste, auf die die Bundesstelle für Energieeffizienz nach § 7 Absatz 1 Satz 3 hinweist, sowie auf die Berichte nach § 6 Absatz 1 gegeben werden.

(2) Energieunternehmen stellen den Endkunden zusammen mit Verträgen, Vertragsänderungen, Abrechnungen oder Quittungen in klarer und verständlicher Form Kontaktinformationen zu Verbraucherorganisationen, Energieagenturen oder ähnlichen Einrichtungen, einschließlich Internetadressen, zur Verfügung, von denen sie Angaben über angebotene Energieeffizienzmaßnahmen, Endkunden-Vergleichsprofile sowie gegebenenfalls technische Spezifikationen von energiebetriebenen Geräten erhalten können.

(3) Zur Information der Endkunden über Maßnahmen zur Energieeffizienzverbesserung wird die Bundesregierung ermächtigt, durch Rechtsverordnung ohne Zustimmung des Bundesrates zu bestimmen, welche Art von Informationen und Beratungsangeboten über Energieeffizienz den Endkunden von den Marktteilnehmern zur Verfügung zu stellen sind.

Heruntergebrochen auf die Tankstelle heißt dies, dass jeder Tankstellenbetreiber seine Kunden

- über Kraftstoff sparende Fahrweise informieren

- über Wirkungen von Leichtlauföl/Leichtlaufreifen informieren

- und schließlich über  Schulungen mit praktischen Fahrübungen informieren muss.

Da diese Verpflichtung die meisten Tankstellen vor unlösbare Probleme stellt, hat die Branche zur Umsetzung dieser Verpflichtungen folgende Lösungsansätze entwickelt.

- Pflichterfüllung § 4 Abs. 1 durch Hinweis auf Anbieterliste nach § 7 EDL-G

- Internetlink auf Abrechnungen genügt; zusätzliche (Print-)Information sind möglich aber nicht verpflichtend

 Als Umsetzungsvorschlag zu § 4 Abs. 1 ist folgender Satz entwickelt worden, der künftig auf den Rechnungen bzw. auf den Tankquittungen abgedruckt werden sollte. Damit sind sämtliche Verpflichtungen dieses Gesetzes in zumutbarer Weise abgedeckt:

"Informationen über den effizienten Einsatz von Kraftstoffen und über Anbieter von Maßnahmen zu Energieeffizienzverbesserungen und Energieeinsparungen finden Sie unter  www.bfee-online.de sowie unter  www.energiespartipps-oel.de/auto."

 Für weitere Fragen zur Umsetzung des Gesetzes stehen wir gerne zur Verfügung.

 

 

Hier finden Sie Urteile und Hinweise rund um die Themen Umwelt und Energie

 

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